Klarer Sieg beim Auftaktspiel HC Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev 5:1

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Eröffnungsspiel des 86. Spengler Cups in Davos. Fribourg bezwang in der „Gruppe Torriani“ das russische Spitzen-Team Salawat Julajew Ufa 5:1

Die Drachen aus Fribourg sind nach 1992 zum zweiten Mal beim Spengler Cup in Davos. Die Führenden Mannschaft der National League A spielt eine überzeugende Saison. Das Team aus der Saanestadt wollen an diesem Turnier eine bessere Falle abgeben als die Kloten Flyers im letzten Jahr. Dafür konnten vier NHL-Spieler als Unterstützung gewonnen werden. Maxime Talbot (Philadelphia), Patric Hörnqvist (Nashville), Cory Schneider (Vancouver) und Bruno Gervais (Philadelphia) werden im Gottéron-Trikot auflaufen.
Der KHL-Champion von 2011, Salavat Yulaef Ufa, stand hier 2007 im Finale (Niederlage gegen das Team Canada) und gilt trotz dem momentanen Tabellenplatz neun der Russischen KHL (fünfter in der Division Ost) als eines der stärksten Teams Europas. Vor dem Spengler Cup ging es bei Ufa allerdings wild zu und her. Der 22-Punkte-Rückstand hatte klare Folgen. Am Heiligabend wurde Trainer Vener Safin entlassen. Interimistisch musstet Wladimir Jursinow Junior in die Prschen springen.
Das für offensives Hockey bekannte Ufa ist mit zahlreichen Weltmeistern geschmückt. Die russischen Stürmer Sergej Zinowjew, Oleg Saprykin und Aleksandr Switow weisen allesamt Erfahrung aus der NHL auf, und gewannen als Nationalspieler mehrere WM-Titel. Zudem bringt auch der Finne Antti Pihlström NHL-Erfahrung und einen WM-Sieg mit. Auch zwei tschechische WM-Gewinner spielen am Ural. Stürmer Tomas Rolinek und Verteidiger Miroslav Blatak.

Sie könnens kaum erwarten…

Khlystov umkurvt das Fribourger Tor und versucht es aus spitzem Winkel, aber keine Probleme für Benjamin Conz. Fribourg beginnt mit Heins, Kwiatkowski, Mauldin, Dubé und Gamache. Proshkin, Atyushov, Khlystov, Zinovyev und Saprykin starten für Ufa. Die Russischen Gäste dominieren zu Beginn das Spiel. Jetzt sollten die Schweizer aber mitziehen. Hoher Stock das Verdikt gegen Musatov. Dubé bringt die Scheibe von links zur Mitte, wo Gamache ablenkt. Doch der Finnische Goalie Tarkki ist zur Stelle. Kwiatkowski hat die letzte Chance die Überzahl zu nutzen, verzieht aus bester Position aber leider knapp. Mit Hörnqvist, Talbot und Desharnais spielen gleich drei NHL-Stars in einer Linie vereint. Nachdem Ufa wie die Feuerwehr gestartet war Hasani sorgt vor dem gegnerischen Tor für Unruhe, bringt das Spielgerät aber gleich zweimal nicht an Tarkki vorbei. Auf der anderen Seite bringt Saprykin nicht genügend Druck hinter den Stock. Gute Möglichkeit für Sprunger, der die Scheibe nach einem Abpraller aber nicht kontrollieren kann. Ansonsten hätte das Netz hier wohl gezappelt. Wir bekommen einen sehr unterhaltsamen, offensiven Start beider Mannschaften zu sehen. Spengler Cup-Action eben. Nach einer starken Phase der Saanestädter ist die Partie mittlerweile wieder komplett ausgeglichen. Wegen eines Haltens wird Zubarev raus geschickt, jetzt aber zweite Powerplay-Chance für Gottéron. Die Schweizer können sich zwar wie gewünscht formieren, aber noch ist da keine Topmöglichkeit dabei. Gamache hakt bei seinem Gegenspieler ein und wird ebenfalls auf die Strafbank geschickt. Ufa jetzt erstmals in Überzahl. Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev UFA 0:1. Kaum spielt Ufa 5 gegen 4, sieht das brandgefährlich aus. Wenige Sekunden später ist der erste Treffer am 86. Spengler Cup Tatsache. Mirnov trifft nach einem Koltsov-Pass von der blauen Linie. Eine unglückliche Situation für die Fribourger, die zwei Powerplays nicht nutzen konnten und dann in der ersten Unterzahl gleich einen Treffer hinnehmen müssen. Hasani hätte soeben den Ausgleich markieren müssen, brachte die Scheibe aber nicht an Tarkki vorbei. Salavat Yulaev Ufa führt nach 20 Minuten gegen Fribourg-Gottéron mit 1:0.

UFA macht Druck

Ufa kam stark aus der Kabine und setzte die Schweizer in den ersten zwei Minuten unter Druck. Danach löste sich Fribourg aus der Umklammerung. Gamache, Sprunger und Ngoy fehlte das Quäntchen Glück, die Scheibe im Tor unterzubringen. In der ersten Überzahl traf Ufa-Topskorer Mirnov nach schönem Zuspiel Koltsovs. Hasani hätte wenige Minuten vor der Sirene den Ausgleich erzielen können, brachte die Scheibe aus spitzem Winkel aber nicht im halbleeren Tor unter, weil er sich zu lange Zeit liess und Tarkki sich verschieben konnte. Alles in allem war es ein spannendes Drittel mit Torszenen für beide Mannschaften.

Extremer Tempostart im zweiten Drittel

Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev Ufa 1:1 in der sechsten Spielminute nach Anpfiff des Mitteldrittel. Nachdem Bykov zuerst noch übers Goal ablenkt, findet sein Pass von der Seite im Anschluss an diese Aktion in der Mitte Benjamin Plüss, der zum verdienten Ausgleich einschiesst. Dann aber ein kleiner Dämpfer für die feiernden Gottéron-Fans, weil Heins auf die Strafbank muss. Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev Ufa 2:1 in der 27 Spielminute. Mauldin entwischt im Powerplay und schliesst von der linken Seite ab. Den Abpraller nehmen zwei Ufa-Verteidiger nicht mit, sondern überlassen erneut Mauldin den Puck, der diese Unkonzentriertheit eiskalt ausnützt und in Unterzahl skort. Innert 70 Sekunden wendet Gottéron die Partie. Aber erneut findet sich der HC Fribourg in Unterzahl wieder. Ufa verteidigt aktiv und mit Erfolg. Es herrscht wieder numerischer Gleichstand. Beim Konter fällt Ngoy Pihlström und muss für zwei Minuten raus. Pleiten, Pech und Pannen bei Ufa. Zuerst bricht Blatak der Stock, dann wird eine Strafe wegen Behinderung von Saprykin ausgesprochen. Parshin verliert die Scheibe und klaut Plüss den Stock, auch das gibt eine Strafe. Innert kürzester Zeit macht Ufa aus einem fünf gegen vier eine 3:4-Unterzahl. Ngoy ist zurück, Fribourg spielt jetzt mit zwei Leuten mehr. Sprunger und Desharnais verfehlen jeweils das lange Eck mit ihren Schüssen. Hörnqvist spielt mit des Gegners Schlittschuh einen Doppelpass, findet den Weg zum Torerfolg aber nicht. Talbot entwischt der Russischen Abwehr, zielt aber zu ungenau. Im Anschluss stochert er bei Goalie Tarkki nach, was eine Strafe nach sich zieht. Ein Verteidiger der Russen geht im Anschluss an die Szene auf Talbot los, auch er muss zwei Minuten raus. Fribourg gewinnt das zweite Drittel und führt nach 40 Minuten mit 2:1. Nach einem gemächlichen Start in den Mittelabschnitt war die starke Sturmlinie Plüss-Bykov-Sprunger für das erste Tor von Gottéron am diesjährigen Spengler Cup besorgt. Im Anschluss traf Mauldin per Shorthander und liess die mitgereisten Fans erneut jubeln. Abgesehen von den zwei Toren war das Drittel insbesondere von Strafen geprägt, acht kleine „Penalties“ gab es zu notieren. Fribourg hätte bei einer 90 Sekunden dauernden 5:3-Überzahl die Führung erhöhen können, spielte aber ein fehlerhaftes Powerplay. So gehen die Saanestädter mit einem knappen, aber verdienten Vorsprung ins letzte Drittel.

Fribourg weiter im Vorwärtsgang

Ufa ist bei vier gegen vier die bessere Mannschaft, aber Fribourg kann sich befreien. Mittlerweile sind auch die Drachen im dritten Drittel angekommen. Zinovyev sorgt für Unruhe vor Benjamin Conz, aber dieser Schuss ist zu unpräzise. Auch Zubarevs Abschluss landet in Conz‘ Fanghand. Glukhov rauscht von der linken Seite heran, aber Conz macht die nahe Ecke zu. Bisher ein Top-Auftritt des jungen Goalies. Die Russen suchen den Ausgleich jetzt wehement. Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev Ufa 3:1 in der 50. Spielminute. Talbot passt von links auf Bykov, der direkt abzieht und auf eine Zweitoreführung erhöht. Perfekt ausgespielter Gegenzug. War das die Vor-Entscheidung?
Loeffel mit einem Haken, eine Strafe zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Baranka verzieht mit seinem Direktschuss um zehn Zentimeter. Glück für Gottéron. Mirnov lässt sich von Birbaum provozieren und versieht ihn mit einem Stockschlag. Vier gegen vier. Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev Ufa 4:1 in der 54. Spielminute. Sprunger trickst mit einem überragenden Sololauf sämtliche Verteidiger und den Keeper aus und erhöht auf 4:1. Was für ein Auftritt von Gottéron beim ersten Spengler Cup-Spiel seit 20 Jahren. Loeffel ist zurück. Überzahl Fribourg. Hörnqvists Schuss bleibt in Tarkkis Fanghand hängen. Es sieht alles nach einem klaren Auftaktsieg für Fribourg-Gottéron aus, dies gegen ein richtig gutes Team aus der KHL. Natürlich sind die Russen nach dem Trainerwechsel und ihrem neunten Platz in der Liga ohne viel Selbstvertrauen angereist. Shulakov muss raus, das war’s wohl für Ufa. Fribourg-Gottéron – Salavat Yulaev Ufa 5:1 in der 57. Spielminute. Die Partie wird jetzt zum Schaulaufen für die Fribourgeois. Nach einem 0:1-Rückstand drehten die Drachen richtiggehend auf und entschieden die beiden weiteren Abschnitte deutlich und ohne Gegentor für sich. Nach einer Druckphase von Ufa zwischen der 45. und 50. Minute sorgte Bykov nach einem Talbot-Pass durch ein schönes Kontertor für die Entscheidung und hängende Köpfe bei den Russen. Die Treffer von Sprunger und Knoepfli waren dann nur noch Zugabe, besonders Sprungers Solo war äusserst sehenswert.
Vaillant Arena – HC Fribourg-Gottéron SA – Salavat Yulaev 5:1 (0:1, 2:0, 3:0)
Tore:

16. Spielminute Igor Mirnov (Kirill Koltsov) 0:1
26. Spielminute Benjamin Plüss (Andrei Bykov, Julein Sprunger) 1:1
27. Spielminute Gregory Mauldin 2:1
50. Spielminute Andrei Bykov (Maxime Talbot, Julein Sprunger) 3:1
54. Spielminute Julein Sprunger (Bruno Gervais) 4:1
57. Spielminute Mike Knoepfli (Maxime Talbot) 5:1

Mannschaftsaufstellung HC Fribourg-Gottéron SA
1 Benjamin Conz, 29 Simon Rytz, 35 Cory Schneider (Ambri Piotta/Vancouver Canucks), 2 Marc Abplanalp, 61 Alain Birbaum, 44 Shawn Heins (CAN), 8 Joel Kwiatkowski (CAN), 55 Romain Loeffel, 82 Michael Ngoy, 77 Sebastian Schilt, 12 Bruno Gervais CAN Philadephia Flyes), 93 Cédric Botter, 15 Sandro Brügger, 89 Andrei Bykov, 23 Jan Cadieux, 96 Christian Dubé (CAN), 51 David Desharnais (CAN), 22 Simon Gamache (CAN), 57 Adam Hasani, 58 Sandy Jeannin, 27 Mike Knoepfli, 20 Mauldin Gregory (USA), 13 Benjamin Plüss, 86 Julien Sprunger, 17 Tristan Vauclair, 28 Partic Hörnqvist (SWE Nashville Predators), 25 Maxime Talbot (CA Philadelphia Flyers)
Schiedsrichter: Daniel Piechaczek GER, Graham Skilliter USA, Roger Arm, Nicilas Fluri
Mannschaftsaufstellung Salavat Yulaev Ufa
1 Vadim Tarasov, 35 Iiro Tarkki, 3 Andrei Zubarev, 5 Vitaly Shulakov, 7 Ivan Baranka, 10 Igor Mirov, 11 Yury Trubachyov, 15 Alexander Svitov, 17 Vitaly atyushov, 21 Igor Musatov, 23 Miroslav Blatak, 25 Denis Parshin, 28 Nikita Filatov, 29 Denis Khlystov, 30 Alexander Stepanov, 34 Vitaly Proshkin, 40 Andrei Konev, 41 Antti Pihlstrom, 42 Sergey Zinovyev, 49 Lirill Koltsov, 57 Alexei Glukhov, 74 Alexander Pankov, 75 Alexei Kaigorodov, 79 Efim Gurkin, 82 Sergei Emelin, 91 Oleg Saprykin
Staff: Oleg gross, Vladimir Yurzinov, Vasily Chizov
Reportage & Bilder: A. Derungs