Die Osterrennen von Fehraltorf feiern ihren 75. Geburtstag

Die rund 10’000 Zuschauern konnten auf der Barmatt acht tolle und spannende Rennen sowie zwei Ponygalopp-Rennen bei trockenem Himmel mitverfolgen.

Spannende Ausgangslage beim ersten Trabrennen über 2425 Meter
Die drei Pferde, Ulk Julry, Silas und Time Fox, die bereits am letzten Sonntag im Einsatz waren, mussten mit 25 Meter mehr aus der zweiten Bahn starten. Santiago Lap und Uscari wurden vorzeitig abgemeldet. So zogen die verbleibenden 11 Pferde drei Mal an der Zuschauer-Tribüne vorbei. Als heisse Favoritin wurde die 4-jährige Fuchs-Stute Agora du Thont gehandelt. Seit ihrer Rückkehr aus Frankreich gewann sie in Avanches bereits einmal. In der letzten Runde war es klar, dass Ulk Julry, Agora du Thont und Time Fox das Rennen unter sich ausmachen werden. Im Zielbogen schoss dann Time Fox, die 7-jährige, dunkelbraune Inländerstute mit Besitzerin, Trainer und Fahrerin in einer Person, Nicole Schneider sicher voran ins Ziel. Bereits 1 ¼ Längen Rückstand trabte die erste Favoritin, Agora du Thont mit Joey Vignoni über die Ziellinie, knapp dahinter der aus den zweiten Band startende Mitfavorit Ulk Julry mit Phillippe Beson im Sulky. In den vierten Rang lief mit bereits fünf Längen Rückstand Uryline mit André Humbert, vor Silas, einem weiteren Inländer mit Claude Juriens in den Leinen, Vif d’Emeraud mit Evelyne Fankhauser. Bereits deutlich abgeschlagen erreichte der 7-jährige Inländer-Wallach Tom Fox mit Sabine Luterbacher den Einlauf. Troika Helvetia und Karabet bildeten nach einer Weile das Schlusslicht. Valentin de Corday wurde wegen falscher Gangart während des Rennens disqualifiziert.

Rennen 2 das Galopper-Sprintrennen über 2000 Meter
Für die Wettfreunde nicht ganz eine einfache Ausgangslage. Die drei gelisteten Favoriten, Cullare, By Precedence und Indianka mussten die höchten Gewichte tragen. Die 4-jährige Stute Indianka liess sich mit ihrem 62kg schweren Jockey Olivier Plaçais den leichten Sieg nicht nehmen. Bereits zwei Längen Rückstand hatte By Precedence mit Vaclac Janacek 61Kg vor der Amateurreiterin Celina Weber auf der 6-jährigen Stute Ilomita und Be my Gallery unter Raphael Lingg und der dritten Favoritin Silvia Casanova auf Cullare.

Grösstes Starterfeld im Rennen 3
14 Pferde und ihre Fahrer starteten um 14:00 Uhr zum Trabrennen für 5- bis 15-jährige Pferde. Aus dem zweiten Band mit 25 Meter Handicap starteten sechs Gespanne darunter auch einer der Favoriten Sonate de Bomo mit Armin Koller im Sulky. Nach dem Start über 2425 Meter braute es nicht sehr viel Zeit, bis alle Rennteilnehmer als farbenfrohen, grosser und lebendiger Organismus an der Tribüne vorbei rauschten. Barbara Krüsi fuhr ihre 9-jährige Inländer-Stute zu sicheren Sieg vor Saltimbanque mit Jean-Bernard Matthey mit einer Halslänge Rückstand. Weiter ins Geld fuhren die zwei Inländerpferde Rinaya du Thot mit Manuela Scheidegger und Shadow Fighter mit Philippe Besson. Quirch du Mouriez, der erste der aus den zweiten Band starten musste, wurde von Petra Woiton auf den 5. Schlussrang gesteuert vor dem 7-jährigen Inländerwallach Tsar Rose mit Christophe Vulliamy. Roméeo de Combourg mit Walter Langhard in den Leinen und Okalatto mit der Startnummer 1 mit Anne Laubscher vor Fahrer und Trainer Heiner Bracher mit seinem 10-jährigen Inländer-Wallach Quasir de Bussy. Die beiden, als Favoriten gehandelten Spitzengespanne Sonate de Bomo mit Armin Koller und Tonic de Bellouet mit Marc-André Bovay erreichten mit den Plätzen 10 & 11 wohl kaum das erwünschte Tagesziel. Quintus for Clara, Roméo du Trio und Olcese AS wurden Disqualifiziert.

Rennen 4 für 4-jährige und ältere Schweizer Inländer Pferde
Eine spannende Ausgangslage bot das Flachrennen über 2500 Meter, gesponsert von SVP-Parlamentarier für die wetteifrigen Zuschauer. Die acht Jockeys brachen 52 bis 62 Kilo mit vom Wiegen. Die Überraschungssiegerin ist die 4-jährige Fuchs-Stute La Bohème mit der leichtesten Reiterin Clément Lheureux vor der ersten Favoritin Farha, der ebenfalls erst 4-jährigen Fuchs-Stute unter Tim Bürgin. Als Drittel mit 1 ½ Längen Rückstand lief True Risk mit Lukas Kasal im Sattel über die Ziellinie. Mit grossem Abstand folgte der unter Höchstgewicht angetretene Favorit Cherron, geritten von Vaclav Janacek vor Silvia Casanova auf der 5-jährigen Stute Lemon Tree den Einlauf. Die Startnummer 6, Prince de Berberis unter Natalie Friberg holte sich auch den sechsten Schlussrang. Der Letztwöchige Überraschungssieger Puschkin unter Raphael Lingg konnte am Ostermontag nicht am tollen Resultat anknüpfen. Nur noch Jeanne unter Olivier Plaçais lief nach ihm über die Ziellinie.

Récidive Diem – der Überraschungssieger im Rennen 5
Auch bei diesem Rennen war es nicht einfach, den exakten Zieleinlauf der 11 Gespanne am Wettschalter zu prophezeien. Mit Opéra House und seiner Fahrerin, Trainerin und Besitzerin Patricia Felber, das Meister-Duo von 2012 stand eine heisser Favorit schon im Vorfeld fest. Eine Siegeswiederholung von letztem Sonntag wollte sicher auch Phénix du Tarn mit Marc-André Bovay anstreben. Als weiterer, heisser Favorit wurde der 13-jährige Hengst Eclisse Domar mit Barbara Schneider im Sulky gehandelt, obwohl er aus dem zweiten Starterband das Feld von hinten angreifen muss.
Bereits in der ersten Kurve waren alle Gespanne im Preis der Zürcher Kantonalbank mit 12‘000.- Gesamtpreissumme eng zusammengerückt. Die taktischen Angriffe oder die verhaltene Lauerposition brachte die mitfiebernden Zuschauer zum euphorischen, lautstarken Ausbrüchen. Auf der Zielgeraden konnte sich Récidive Diem mit André Humbert ganz leicht absetzen und das Duo schoss nach 3:22,16 sicher über die Ziellinie. Opéra House mit Patricia Felber folge mit 1 ½ Länge Rückstand. Mit bereits sechs Längen Abstand lief der Sieger von Sonntag, Phénix du Tarn zeitgleich mit Quirinal de Larré mit Marcel Humert über die Ziellinie. Norisdor mit Ludovic Theureau hatte ebenfalls eine Lücke im Verfolgerfeld reissen lassen. Maître de la Piste, der im Ausland schon einen Sieg und mehrere Geldplatzierungen eingefahren hatte, platzierte sich aus dem zweiten Band startend auf Platz sechs. Die Schlussränge 7-9 belegten Passe Passe, Radjah Man und Québécois de Meaud. Der gut gewettete Eclisse Domar und Middel East wurden disqualifiziert.

Der grosse Preis der Gemeinde Fehraltorf
Ein kleines aber hochkarätiges Starterfeld im Rennen 6 über 2500 Meter versprach das Hauptereignis dieses Ostermontags zu werden. Mit Cap Sizun, Shisun und Nightdance Paolo befanden sich die drei besten Schweizer Galopprennpferde vereint in einem Feld. Im 15’000 Franken dotierten GP der Gemeinde Fehraltorf wurde das meisten Geld auf den 5-jährigen Wallach Cap Sizun, der vor einem Jahr mit seinem Sieg bewiesen hatte, dass ihm die Barmatt liegt, gesetzt. Doch auch der 7-jährige Wallach Nightdance Paolo und der erst 5-jährige Fuchs-Hengst Shisun waren stark gewettet. Die erfolgreiche Profi-Reiterin Silvia Casanova auf Cap Sizun übernahm kämpferisch die Spitze und bestimmte über 1 ½ Runden das Tempo. Leicht versetzt folgte an zweiter Stelle Olivier Plaçais auf Shisun vor Flash Dance und Clément Lheureux mit Nightdance Paolo auf der vierten Position. In der letzten Runde, auf der Gegengerade stoppte Shisun abrupt. Während dessenspitzte sich das Rennen auf der Zielgeraden zu. Das Duell zwischen den verbliebenen Favoriten Startnummer 5 Nightdance Paolo und der Startnummer 2 Cap Sizun entschied der 7-jährige braune Wallach unter Clément Lheureux sicher. Cap Sizun kam noch kurz vor der Ziellinie in Bedrängnis als der heranbrausende Aussenseiter Flash Dance unter Nadja Burger nach den zweiten Platz schielte Nach dem Eintreffen von Theodore Gericault, geritten von Vaclav Janacek, Syndic unter Karin Zwahlen und The Gallery mit Raphael Lingg wurde erst vielen Bewusst, dass das Duo Shisun mit Plaçais fehlten. Offensichtlich hatte sich der schöne Fuchs an der rechten Hinterhand verletzt. Die auf dem Rennplatz anwesende Ambulanz verarztete Shisun noch auf der Bahn. Besorgniserregend verriet die Körpersprache von Trainer Miroslav Weiss und der entsetzte Gesichtsausdruck des jungen Jockey nichts Gutes. Für den junge Galopper Shisun gabe es nach den diagnostizierten Trümmerbruch keine Rettung mehr und er musste eingeschläfert werden.

Ein überzeugender Schweizer Debütant
Mit 20 Minuten Verspätung startete das 7. Rennen und das letzte Trabrennen über 2425 Metern. Mitfavoritin Take off Somolli wurde im Programm aufgelistet, startete aber nicht. Den drei aus dem zweiten Band mit 2450 Meter startenden Romulus Turgot, Qualentino und Olimède de Perron trauten die Wettexperten keine Siegerchancen zu. So überraschte der Schweizer Debütant, der 9-jährige Fuchs-Wallach Ramsès d’Harcouel mit Trainer, Besitzer sowie Fahrer Jean-Bernard Matthey an anderen Ende der Leinen, den erfolgreichen, knappen Zweikampf um eine ¼ Länge zwischen der letztjährigen Inländersiegerin am Fehraltur, der 9-jährigen Stute, Racing Fox mit Joey Vignoni im Sulky. Auf den dritten Rang trabte Retbutler, gefahren von Martin Weber knapp vor Romulus Turgot, mit Marc-André Bovay im Sulky, Mit drei Längen Abstand für Heros Champ mit Barbara Krüsi vor den bereits weit abgeschlagenen Qualentino mit Rudolf Kohler noch ins Geld. Rebecca de Corday hatte auf Schnee in Arosa und St. Moritz überzeugt. Die 9-jährige Stute erkämpfte sich den 7. Schlussrang vor Olimède de Perron und Petra Woiton.

Erste Prüfung der Schweizer Hürdentrophy
Über eine Distanz von 3200 Metern mussten die sechs Pferde sieben Mal die Besen überwinden. In diesem kleinen Feld starteten Kinsail und Nulera als Hürdenrennen-Neulinge.
Überraschend und überlegen deklassierte die Amateurreiterin Celina Weber auf dem 7-jährigen Schimmel-Wallach ihre Konturrenten. Mit dem schwersten Reiter 66Kg, Julien Lemée auf dem Rücken, erreichte mit fünf Längen Rückstand Kinsail das Ziel. Mit acht Längen Rückstand boten sich der Jagd- und Cross-Spezialist Oh Calin unter Silvia Casanova und der 6-jährige Wallach Romanofsky unter Ondrej Velek ein Kopf an Kopf Finish. Die einzige Stute im Feld, Nulera, geritten von Aurékien Rousse beendete das Rennen als fünfte vor Maitrefolace mit Stephan Karnicnik im Sattel.

Bilder:
D. Peter/Linsenreflektion.ch, C. Zeller/zeller-fotos.ch & A. Derungs
Reportage: Andrea Derungs