35. Internationals Motocross in Muri AG

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Am Pfingstmontag standen rund 160 Piloten in vier Kategorien bei perfektem Rennwetter am Swiss Motocross Championship in Muri AG am Start. In den Kategorien Inter Open, Inter 125, Mini 85 und Seitenwagen wurde hart aber fair um Ruhm und Ehre gekämpft. Über 8000 Motocrossfans erlebten einen perfekten und spannenden Renntag.

Jung, mutig, schnell – die Motocross-Cracks von Morgen

Die Teilnehmer der Kategorie Mini 85 mussten früh aus den „Federn“. Das Training der jüngsten Teilnehmer ging pünktlich um 07:10 Uhr los. Weder im Training noch im Zeitfahren wurde den Mitkonkurrenten auch nur einen Meter geschenkt. Es war der Tag des jungen Enzo Steffen. Er dominierte an diesem Pfingstmontag klar in der  Kategorie Mini 85. Weder im Training noch in den zwei Läufen gab der talentierte Hondapilot  seine Führung ab. Dreizehn Sekunden Vorsprung konnte Enzo Steffen vor Corttijo Yohan als „Polster“ in den zweiten Lauf hinübernehmen. Dominique Miel auf KTM platzierte sich im ersten Lauf auf Platz drei. Die haudünnen Vorsprünge der jungen Wilden boten auch im zweiten Lauf sensationelle Duelle. Sie kennen sie auf der Rennstrecke keine Gnade, wenn es um Plätze und Punkte geht. Der erst elfjährige Enzo Steffen, der als heisser Titelanwärter „gehandelt“ wurde,  wird sicher auch in Zukunft noch mehr Motocross-Geschichte  schreiben. Die Zieleinfahrt im zweiten Lauf war an diesem Rennsonntag kaum noch zu toppen. Die Spannung bei Zuschauern, Rennkollegen Fans und den Familien entspannte sich erst nachdem die schwarzweisse Flagge den haudünnen Vorsprung von Enzo Steffen vor Dominique Miel bestätigte. Der Yamaha Pilot Yohan Cortijo belgte am Schluss Platz drei.

Punktejagt bei den Inter 125 CCM

Der Vorjahressieger Alain Schaffner erkämpfte sich im ersten Lauf auf Platz vier. Die Chancen zur Wiederholung des Triumpfs aus dem Vorjahr stehen gut. Vor ihm liegt der KTM Pilot Kilian Auberson, auf Suzuki Kevin Gonseth und Tobias Elmer. Die grandiose Steigerung im zweiten Lauf belohnte Alain Schaffner, so dass er am Schluss als Zweiter abgewunken wurde. Leider bedeutete dies letztendlich „nur“  den dritten Gesammtrang. Das Tagesklassement führte am Schluss Kevin Genseth vor Valentin Guillod und Alain Schafner. Schlechte Karten hatte im zweiten Lauf Killian Auberson. Der talentierte KTM Pilot musste das Feld von hinten aufrollen und schaffte es auf den 34. Rang, was in der „Schlussabrechnung“ den 8. Schlussrang bedeutete.

 

Grosses Hoffnungen an den Lokalmatador Patrick Walther in der „Königsklasse“

Die beiden Läufe der Inter-Open am Nachmittag wurde mit viel Spannung von den Tausenden von Zuschauern erwartet. Gespannt war man insbesondere auf die Leistung von MRSC-Muri Clubmitglied Patricj Walther, der im vergangenen Jahr die Konkurrenz in Grund und Boden fuhr und einen grandiosen Tagessieg feiern konnte. Im ersten Lauf verlief der Start für den Hoffnungsträger nicht schlecht. Nach der ersten Kurve reihte er sich an fünfter Position ein und lieferte sich einen spannenden Zweikampf mit Jiri Capelak. Nach 20 Minuten plus zwei Runden hiess das Zwischentotal Platz vier. Vor ihm klassierten sich die Piloten Gregory Wicht vor Christophe Martin und Jiri Capelak auf Yamaha auf Platz 3. Für Reto Vogelsang war der erste Lauf einen Aufholmarathon nach dem unglücklichen Start. Die unglückliche Ausgangslage, mitten im Fahrerfeld nach der ersten Kurve, verlangte ihm Kraft und taktisches Können ab. Am Schluss des ersten Laufs reichte es für den 13. Rang. Der Publikumsliebling Patrick Walther erwischte im zweiten Lauf einen guten Start. Für einen Podestplatz müsste er sich allerdings in diesem Lauf den dritten Rang belegen. Leider verpasste er diese Position knapp und belegte am Schluss den vierten Platz. Einen heissen „Kopf an Kopf“ Fight lieferten sich Jiri Capelak und der Husqvarna Pilot Martin Christiophe. Capelak setzte sich am Schluss sogar mit 6.6 Sekunden Vorsprung deutlich von seinen Konkurrenten ab.

Lettischer Seitenwagenexpress deklassierten die Gesamte Konkurrenz

Aus acht Nationen reisten Seitenwagenpiloten nach Muri. Insgesamt 29 Gespanne zeigten den begeisterten Zuschauern zwei unvergessliche Rennen. Von weit her reisten die zwei Gespanne Dadiers / Dadiers und Rupeiks / Stupelis aus Lettland an. Dadiers / Dadiers mit der Startnummer 21 dominierten auch gleich das Zeittraining nach belieben. Mit 14 Sekunden Vorsprung beendeten sie vor den Teschischen Gespann Cermak / Cermak den ersten Lauf. Das zweite Lettische Team positionierte sich auf Rang drei. Heisse Duelle boten sich auch das Schweiz / Holländische Due Bürgler / Deutekorn. Sie belegten den vierten Rang nach dem ersten Lauf. Den grossen und kleinen Zuschauern wurde Seitenwagenrennen vom aller feinsten gezeigt. So warteten alle gespannt auf den zweiten Lauf. Die Leader zeigten unmissverständlich ihre Podestabsichten ab den ersten Metern. Das Lettische Duo Dadiers / Dadiers fuhr in einer eigenen Liga und deklassierten mit 13 Sekunden Vorsprung ihre Landsmänner und die gesamte Konkurrenz. Bürgler / Deutekom fuhren vor heimischem Publikum auf den dritten Schlussrang. Das Tschechische Duo musst den Podestplatz abgeben und belegte am Schluss Rang vier. Die Schweizer Gespanne Käser / Käser belegten im Tagesklassement den fünfen Rang, Suter / Micheleto den achten, Hodorn / Kipfer den zehnten, Büeler / Büeler den 16., Siegenthaler / Siegenthaler den 17. ,Losli / Rentsch den 20. Und Bürgler / Betschard den 22. Schlussrang.
Ranglisten: http://www.mrsc-muri.ch/cms/index.php?page=ranglisten

Reportage und Bilder Andrea Derungs