Von 0:2 Rückstand zum 6:2 Überraschungssieg

In neuen Kalenderjahr 2016 gewinnt vor über 5’000 Fans der EHC Biel erstmals gegen den aufstrebenden HC Lugano.

Schon zum dritten Mal innert 11 Tagen traf der Gastgeber EHC Biel auf den HC Lugano, wobei Biel zwei Mal als Verlierer vom Eis musste. Mit der Zusatzbelastung vom Spengler Cup im „Gepäck“ haben die Tessiner ihrerseits nur drei von fünf Spielen im neuen Jahr gewinnen können. Der „neue“ Bandengeneral Douglas Shedden konnte seit dem 27. Oktober 2015 in 22 Partien seine Mannschaft zu 16 Siegen führen. Die Luganesi haben sich vom letzten Tabellenplatz auf den fünften Rang mit 66 Punkten vorgearbeitet. Die am Anfang der Saison Tabellenführenden Bieler hingegen sind seit dem Nationalcoach-Desaster im Sturzflug auf den letzten Platz mit 36 Punkten abgestürzt.

Unerwarteter heisser Start
Die Bieler Fans als auch die Gastgebermannschaft scheinten noch etwas Abwesend ins Spiel gekommen zu sein. Das rächte sich bereits in der dritten Spielminute, als nach einem weiteren Bullygewinn der Tessiner in der Bieler Zone, Giaccomo Dal Pian sich die Scheibe krallt und alleine vor dem Bieler Tor auftauchte. Mit einem Schuss ins rechte Lattenkreuz bezwang er Simon Rytz zum 0:1. Die erste Hälfte des Startdrittels waren schon fast verstrichen, da musste zuerst Linus Klasen für Behinderung in die Kühlbox. Bereits nach
10 Sekunden wurde das Powerplay-Spiel der Tessiner abgebrochen. Damien Brunner bescherte Marco Dufner eine blutige Lippe, was für den „Luganesi-Hitzkopf“ eine 2 X 2 Minuten-Strafe einbrachte. Für 110 Sekunden sollte es 4 gegen 4 Feldspieler weitergehen bis Marco Maurer für Stockschlag eine Zweiminutenstrafe kassierte. Nur gerade wenige Sekunden dauerte das Vier-gegen-Drei-Powerplay der Tessiner. Der Schwede Linus Klasen hämmerte die Scheibe erst nur an den Pfosten bis Topskorer Fredrik Pettersson zum 0:2 in der 12. Spielminute einschiessen konnte. Neben dem Eis sind hängende und schüttelnde Köpfe zu beobachten. Auf dem Eis erzielte hingegen der 20-jährige Igor Jelovac sein erstes Saisontor zum 1:2. In der 14. Spielminute hämmerte der Amerikaner David Moos mit einem Weitschuss den Puck aufs Lugano Tor. Der Lette Elvis Merzlikins musste das Hartgummi abprallen lassen was Maxime Macenauer geschickt ausnutzte und den Puck zum 2:2 über die Linie drückte. Der 27-jährige Kanadier wurde durch sein fünftes Saisontor so beflügelt, dass er die halbe Lugano-Defensive austänzelt und zum ungehinderten Abschuss kam. Doch noch rechtzeitig schloss der Tessiner Hintermann seine Beinschoner.
Es schien sich ein 2:2 Drittelsstand vor der ersten Pause abzuzeichnen, da zauberte der Seeländer Topskorer Pär Arlbrandt das 3:2 für die Gastgeber.

Ein souveränes Biel
Die Bieler konnten das Hoch aus der Aufholjagd aus dem ersten Drittel mitnehmen und in der 24. Spielminute zum 4:2 aufstocken. Raphael Herburger wolle Elvis Merzlikins austricksen, doch es war am Ende Fabian Sutters Schlittschuh der zum Zwei-Tore-Vorsprung führte. Beide Mannschaften versuchen sich gegenseitig zu überlisten. Die Luganesi im Aufholfieber, die Seeländer im Torerausch. In der 31. Spielminute musste Steve Hirschi wegen Behinderung an Fabian Lüthi auf die Strafbank. In Unterzahl erhielt Gregory Hofmann gleich zweimal die grosse Chance zum Anschlusstreffer für Lugano. Doch Raphael Herburger drehte den Spiess um und hämmerte den Puck zum 5:2 ins Netz. Kurz vor Ende des zweiten Drittels musste erneut Steve Hirschi für den Bandencheck an Pär Arlbrandt auf die Strafbank. Im Powerplay schoss Captain Mathieu Tschantré nur Sekunden vor der Drittelssirene zum 6:2 ein.

Lugano kämpft tapfer weiter
Mit der Hypothek von vier Toren Rückstand musste das talentierte Team von Doug Shedden die verbleibenden 20 Minuten nutzen, was sie nach der Rückkehr auf dem Eis auch versuchten. Stellenweite befand sich Goalie Simon Rytz unter Dauerbeschuss. In der 48. Spielminute kam im Powerplay für Lugano die grosse Chance. Trotz blitzschnellen Passstafetten kamen die Tessiner nicht zum erhofften Anschlusstreffer. In der noch verbleibenden Zeit brachten die Bieler den Sieg sicher über die Distanz. Das Team von Trainer Kevin Schläpfer feierten den ersten Dreipunkte-Erfolg seit dem 14. Dezember 2015 gegen den HC Davos. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison schossen die Seeländer sechs oder mehr Tore in einer Partie. Beim Berner-Derby am Sonntag 24. Januar 2016 hoffen die heimischen Fans im neuen Stadion erneut jubeln zu können.
Bereits am kommenden Freitag empfängt der HC Lugano die in der Tabelle knapp hinter liegenden Team vom HC Fribourg-Gottéron.

EHC Biel – HC Lugano 6:2 (3:2, 3:0, 0:0)
TISSOT Arena mit 5‘343 Zuschauern
Tore:
3. SpielMin Giacomo Dal Pian (Assist Diego Kostner) 0:1
12. SpielMin Fredrik Pettersson (Martensson, Klasen) 0:2 im PP
12. SpielMin Igor Jelovac ( Assist Mathias Joggi) 1:2
14. SpielMin Maxime Macenauer (Assist Mathias Joggi) 2:2 im PP
20. SpielMin Pär Arlbrandt (Assist Maxime Macenauer) 3:2
24. SpielMin Dave Sutter (Assist Raphael Herburger) 4:2
33. SpielMin Raphael Herburger (Assists Arlbrandt, Tschantré) 5:2
40. SPielMin Mathieu Tschantré (Assists Haaa, Arlbrandt) 6:2 im PP
Strafen:
10. SpielMin 2Min. Fabian Sutter wegen Behinderung
10. SpielMin 2 + 2Min Damien Brunner für hohen Stock
11. SpielMin 2Min Marco Maurer für Stockschlag
31. SpielMin 2Min Steve Hirschi wegen Behinderung
39. SpielMin 2Min Steve Hirschi für Bandencheck
48. SpielMin 2Min Matthias Rossi wegen Halten

Mannschaftsaufstellung HC Lugano:
Tor/Ersatztorhüter:
30 Elvis Merzlikins LAT, 60 Viktor Östlund SWE
Linie 1:
3 Julien Vauclair, 22 Stefan Ulmer AUT, 86 Linus Klasen SWE,
9 Tomy Martensson SWE, 71 Fredrik Pettersson SWE
Linie 2:
8 Steve Hirschi, 16 Lorenz Kienzle, 15 Gregory Hofmann,
81 Ilari Filppula FIN, Damien Brunner
Linie 3:
96 Clarence Kparghai, 27 Alessandro Chiesa, 13 Alessio Bertaggia, 38 Raffaele Sannitz, 91 Julian Walker
Linie 4:
29 Riccardo Sartori, 32 Sebastien Reuille. 12 Giacomo Dal Pian,
20 Diego Kostner ITA
Head-/Assistant-Coach:
Doug Shedden CAN & Pat Curcio CAN
Abwesend/Verletzt:
7 Philippe Furrer, 17 Luca Fazzini, 19 Tim Stapleton USA,
21 Janick Steinmann, 23 Giovanni Morini ITA, 31 Stefan Müller,
70 Matteo Romanenghi, 94 Colin Fontana, 95 Elia Mazzolini

Schiedsrichterquartett:
22 D. Massy, D. Stricker, 23 B. Kovacs, 86 M. Tscherrig

Mannschaftsaufstellung EHC Biel:
Tor/Ersatztorhüter:
29 Simon Rytz, 66 Lukas Meili
Linie 1:
5 Nicholas Steiner, 7 Benoit Jecker, 24 Eliot Berthon FRA,
19 Fabian Sutter, 89 Raphael Herburger AUT
Linie 2:
27 Anthony Huguenin, 22 Dave Sutter, 18 Ahren Spylo GER/CAN, 92 Gaëtan Haas, 46 Matthias Rossi
Linie 3:
47 Marco Maurer, 83 Mauro Dufner, 25 David Moss USA,
55 Maxime Macenauer CAN, 40 Pär Arlbrandt SWE
Linie 4:
17 Igor Jelovac, 95 Thomas Wellinger, 8 Fabian Lüthi,
97 Mathias Joggi, 12 Mathieu Tschantré
Head Coach: Kevin Schläpfer
Abwesend/Verletzt:
16 Niklas Olausson SWE, 33 Anthony Rouiller, 48 Philipp Wetzel,
77 Daniel Steiner, 91 Stanislav Horansky SLV, 93 Gianni Ehrensperger, 94 Makai Holdener, 96 Marc Steiner, 4 Kevin Fey für den HC Ajoie im Einsatz