Mit einem Paukenschlag ins Playoff Halbfinal

Die Zürcher Löwen wenden dank vier Toren im Schlussdrittel eine neuerliche Playoff-Auftaktniederlage ab. Der ZSC gewinnt das erste Spiel gegen den HC Genf-Servette mit 5:2.

Die Adler kreisen
Mit einer Zwei-Tages-Pause reisen die Servettiens zum ersten Duell des Playoff-Halbfinal nach Zürich. Durch den 4:2 Sieg über den HC Lugano mussten sie nicht wie die Gastgeber gegen den EHC Biel über die sieben Spiele durch kämpfen. Trotzdem sind die Gastgeber zu richtigen Zeitpunkt ready um unter Crawford zum vierten Mal im Playoff-Halbfinal durch zu starten. Das diesjährige „Opfer“ ist wie im Vorjahr der HC Genf-Servette. Damals setzten sich die Löwen erst nach sieben Spielen durch.
In der Anfangsphase spielen beide Mannschaften ein aktives Forechecking, was den jeweiligen Gegner immer wieder zu frühen Scheibenverlusten zwingt. Die erste Hälfte des ersten Drittels dieses Halbfinal-Duells sind von zahlreichen missglückten Passversuchen geprägt. Sowohl die Löwen wie auch die Adler tasten sich gegenseitig ab. Der Amerikaner Ryan Shannon wird von Bezinas Stock im Gesicht getroffen. Der Captain muss als erster Spieler heute Abend raus. Im Powerplay installieren sich die Gastgeber im Angriffsdrittel. Zwei Distanzschüsse von Seger und Nilsson pariert Keeper Mayer mit der Fanghand oder seiner Schulter. Das Überzahlspiel können die Zürcher nicht nutzen, dafür sind die Servettiens wieder komplett und gehen umgehend in Führung. D’Agostini tanzt sich ungeniert durch die Mittelzone und vors Tor.
Er bedient seine Linienpartner Tom Pyatt, der aus einer Drehung backhand zum 0:1 vollendet. Aus der Distanz bombardieren die Adler den Kasten von Flüeler. Die Effizient ist aber sehr mässig.
Im Gegenzug muss sich Mayer gefährlicheren Attacken stellen.

Offener Schlagabtausch
Auch zu Beginn des Mitteldrittels läuft Offensiv bei den Limmatstädtern weiter nichts zusammen. Problemlos können die Genfer ihre Zone abriegeln. In den ersten fünf Spielminuten sieht es mehr nach einem 2:0 als nach einem Ausgleich aus. Weitere heisse Szenen vor Flüelers Gehäuse. Der rege Verkehr bringt den ZSC-Keeper aber nicht aus der Fassung. Die Geduld zahlt sich aus. Wie aus dem Nichts fällt das 1:1. Luca Cunti gibt von der blauen Linie aus an Patrick Bärtschi ab und bringt die Scheibe gekonnt quer auf Gelbhelm Roman Wick. In der 26. Spielminute zappelt das Netz hinter Mayer zum 1:1 Ausgleichstreffer. Eine Zeigerumdrehung später spendiert der Schwede Nilsson für hohen Stock das erste Powerplay auf Zürcher Seite. Das Überzahlspiel der Genfer ist äusserst schwach. Nach der Hälfte der Strafe hat der Puck bereits zum vierten Mal die Hausherren-Zone verlassen. Erst kurz vor Ende der Strafe schaffen es die Servettiens sich im Angriffsdrittel zu installieren. Die nächste Auszeit für einen Genfer wird ausgesprochen. Siegenthaler wird im eigenen Drittel von Picard von den Kufen gerissen. Die Zürcher-Kavallerie bläst zu Angriff. Der Kanadier Bergeron zieht ein erstes Mal aus der Halbdistanz ab, kann aber Mayer nicht übertölpeln. Luca Cunti findet viel Platz in der Mitte, doch mit einem schönen Big Save rettet der Genfer Keeper diese heikle Situation. In der 32. Spielminute muss Flüeler retten. Almond schnappt sich die Scheibe nach einem Abpraller, schliesst backhand ab, aber der Löwen-Keeper neutralisiert. Auf beiden Seiten wird das Tempo massive erhöht. Zwei Minuten vor Ende den Mitteldrittels verkünden die Unparteiischen die dritte Strafe gegen Genf. Taylor Pyatt muss wegen Spielverzögerung in die Ab-Kühlbox. Eine Minuten vor Ende den Mitteldrittels Penalty für Genf. D’Agostini zieht blitzschnell davon und wird von Shannon mit einem Foul gestoppt. Der „Geschädigte“ nimmt Anlauf, täuscht an, zieht aber die Scheibe zurück und vollendet eiskalt auf der anderen Seite zum 1:2.

Gehässiges letztes Drittel
Noch keine zwei Minuten sind gespielt verursacht Keeper Mayer, der den Puck nicht wegschlagen kann und Bärtschi Behindert die erste Strafe, die Picard absitzen muss. Im Überzahlspiel gelingt erneut dem „Zett“ den Ausgleich. Verteidiger Patrick Geering lanciert den Angriff in der eigenen Zone. Über die linke Seite zieht Cunti los und übergibt an Patrick Bärtschi, der im Zentrum steht. Bärtschi erwischt Mayer im Powerplay auf der Fanghandseite zum 2:2 in der 44. Spielminute. Der 30-jährige Robert Nilsson tänzelt Trutmann smart aus. Aus äusserst spitzem Winkel hämmert der Schwede den Puck zum 3:2 in der 45. Spielminute ins nahe Eck. Die Adler gönnen sich mit zu vielen Spielern auf dem Eis eine dumme Strafe. Picard sitzt erneut als Sündenbock die zwei Minuten ab. Wieder in Überzahl und wieder ist es der Schwede in Zürcher Dress, Robert Nilsson, der zum 4:2 in der 49. Spielminute einschiesst. Was für eine Fehleinschätzung! Siegenthaler schiebt das Hartgummi an der Bande entlang hinter das Tor der Adler. Robert Mayer überlässt fahrlässig den Puck Luca Cuntis. Der Center fackelt nicht lange und spielt mit seiner zweiter tollen Vorarbeit zu Mark Bastl, der in der 50. Spielminute zum 5:2 einschiebt. McSorly zieht nach den unschönen Patzer von Mayer die Konsequenz und wechselt Gauthier Descloux ein. In der 52. Spielminute kochen die Emotionen über und die Fäuste fliegen zuerst zwischen Almond und Geering. Der Boxkampf an der Bande animiert zahlreich „Kollegen“ sich an der Aktion zu Beteiligen. Auf die Strafbank müssen aber nur für
2 X 2 Minuten die Initianten der handgreiflichen Auseinandersetzung. Je höher die Calvin-Städter ins Hintertreffen geraten, desto undisziplinierter und gehässiger wird agiert, was nicht geduldet wird. ZSC-Youngster Jonas Siegenthaler katapultiert Adler-Rüpel Picard gleich zweimal in die Banden. In der 54. Spielminute muss auch noch der Franzose Douay sich zu Almond auf die Strafbank gesellen. Die Genfer überstehen das Unterzahlspiel unbeschadet, doch der Frust der Genfer ist überdeutlich zu spüren. Picard will Genugtuung für die Szene und Strafe vor dem ZSC-Tor. Sein Frustabbauer soll der 19-jährige Daniel Schnyder sein, doch der Verteidiger lässt sich auf die Provokation nicht ein. Auch noch in der letzten Spielminute werden noch Strafen für die Gäste verteilt, was aber am Schlussresultat 5:2 nichts mehr ändert. Die ZSC Lions gewinnen verdient das erste Halbfinal-Duell.

ZSC Lions – HC Genève-Servette 5:2 (0:1, 1:1, 4:0)
Playoff Halbfinal Best of 7 Spiel 1
Hallenstadion Zürich-Oerlikon mit 9‘368 Zuschauern
Tore:
12. SpielMin Tomi Pyatt ( Assists D’Agostini, Mercier) 0:1
26. SpielMin Roman Wick (Assists Bärtschi, Blindenbacher) 1:1
39. SpielMin Matt D’Agostini 1:2 Penalty
44. SpielMin Patrick Bärtschi (Assists Cunti, Geering) 2:2 im PP
45. SpielMin Robert Nilsson 3:2
49. SpielMin Robert Nilsson (Assists Keller, Bergeron) 4:2 im PP
50. SpielMin Mark Bastl (Assist Luca Cunti) 5:2
Strafen:
9.    SpielMin2Min Goran Bezina für hoher Stock
27. SpielMin 2Min Robert Nilsson wegen hoher Stock
29. SpielMin 2Min Alexandre Picard für Beinstellen
34. SpielMin 2MinMorris Trachsler wegen Behinderung
38. SpielMin 2Min Taylor Pyatt für Spielverzögerung
42. SpielMin 2Min Robert Mayer für Behinderung
48. SpielMin 2Min Genf-Servette zu viele Spieler auf dem Eis
52. SpielMin 2 X 2Min Cody Almond für übertriebene Härte
52. SpielMin 2 X 2Min Patrick Geering für die Boxeinlage
54. & 60. SpielMin 2Min Florian Douay für übertriebene Härte

Mannschaftsaufstellung HC Genf-Servette:
Tor:
29 Robert Mayer, 34 Gauthier Descloux
Linie 1:
56 Frédéric Iglesias, 55 Daniel Vukovic, 89 Cody Almond,
11 Tomi Pyatt CAN, PostFinance Topskorer 36 Matt D’Agostini CAN
Linie 2:
57 Goran Bezina, 58 Romain Loeffel, 14 Taylor Pyatt CAN,
88 Kevin Romy, 18 Jeremy Wick
Linie 3:
22 Jonathan Mercier, 25 Dario Trutmann, 96 Noah Rod,
19 Timothy Kast, 40 Daniel Rubin
Linie 4:
95 Joey Dupertuis, 15 Roland Gerber, 81 Alexandre Picard CAN,
72 Florian Douay FRA
Head-Coach: Chris McSorley
Bemerkungen/Abwesenheiten:
10 Matthew Lombardi CAN,1 Christophe Bays, 26 Chris Rivera,
47 Eliot Antonietti, 54 Christian Marti sind alle verletzt.
Assistent –Coach Louis Matte ist krank und 21 Tim Traber sowie 97 Auguste Impose sind überzählig

Schiedsrichter:
8 S. Eichmann, 91 D. Stricker, 55 C. Bonga, 86 M. Tscherrig

Mannschaftsaufstellung ZSC Lions:
Tor/Ersatztorhüter:
30 Lukas Flüeler, 81 Urban Leimbacher
Linie 1:
4 Patrick Geering, 5 Severin Blindenbacher, PostFinance Topskorer 27 Roman Wick, 17 Ryan Shannon USA, 28 Ryan Keller CAN
Linie 2:
22 Marc-André Bergeron CAN, 15 Mathias Seger,
9 Robert Nilsson SWE/CAN, 12 Luca Cunti, 71 Patrick Bärtschi
Linie 3:
97 Jonas Siegenthaler, 40 Henrik Tallinder SWE, 19 Reto Schäppi,
53 Morris Trachsler, 73 Mike Künzle
Linie 4:
40 Jan Neuenschwander, 18 Daniel Schnyder, 39 Mark Bastl USA/SUI, 13 Denis Malgin RUS, 14 Chris Baltisberger
Head/Assistent-Coach:
Marc Crawford, Rob Cookson
Bemerkungen/Abwesenheiten:
11 Andri Stoffel und 49 Dan Fritsche sind verletzt.
47 Derek Smith CAN, 80 Jan Tabacek SVK, 98 Sven Senteler,
1 Niklas Schlegel, 29 Luca Boltshauser sind überzählig
Best Player:
Robert Nilsson (ZSC Lions) & Matt D’Agostini (Servette)

Bilder: Claudia Zeller-Hintermann/zeller-photos.ch
Reportage: Andrea Derungs