Eva Brühl – Polospielerin mit Handicap 2

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Eva Brühl zeigte am Hublot Polo Gold Cup was Frauenpower ausmacht. Sie ist eine der 15 besten Polospielerinnen weltweit und zum ersten Mal in Gstaad. Sie ist  Deutschlands beste Polospielerin und wurde 2011 auf +2 hochgestuft. Sie ist damit die erste Frau aller Zeiten, die in Deutschland mit einem Handicap von +2 spielt.

Im Urlaub zum Traumberuf gefunden

 

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Die Deutsche Eva Brühl ist mit Handicap 2 in den top 15 der weltbesten Polospielerinnen. Bei den Männern sei sie Durchschnitt, sagt sie von sich selbst. Brühl ist Mitglied der deutschen Herren-Nationalmannschaft. Polo spielt sie seit 20 Jahren, sie sei über den Freizeitsport zum Polo gekommen, erzählt sie im Gespräch mit dem «Anzeiger von Saanen» im Anschluss an das Halbfinalspiel gegen das Team Star Design (ihr Team Banque Baring Brothers Sturdza unterlag mit 4:7). In Spanien im Urlaub habe sie Polo ausprobiert und festgestellt, dass es ihr Sport sei. Sie habe früher viele Ballsportarten ausgeübt. «Polo ist eine Kombination zwischen Ballspiel und Reiten.» Eva Brühl wohnt in Chiemsee und spielt für den gleichnamigen Poloclub. Sie besitzt ein eigenes Gestüt und züchtet selber Polopferde. «Die Pferde werden als Dreijährige eingeritten, ab etwa fünfjährig spielen sie.» Ein Polospieler brauche Ballgefühl, Teamgeist und einen guten Schwung voll Aggressivität, erklärte die spielstarke Amazone. «Die Aggressivität hat im Halbfinal gegen das Team Star Design gefehlt», konstatierte sie kurz nach Spielschluss.

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Technik und Taktik versus Kraft

Am Hublot Polo Gold Cup 2012 spielte sie als einzige Frau an der Seite von Co-Teampatron Sebastian Schneberger (Handicap 1) sowie den argentinischen Profis Ignacio Tillous (HCP 6) und Novillo Astrada (HCP 5). Polo ist eine absolute Kontakt- und Kampfsportart, bei der es hart zur Sache geht. Nein, die Männer nähmen keine Rücksicht auf Frauen, das sei auch nicht erwünscht, betont Eva Brühl. «Im Vergleich zu den Männern fehlt uns die Maximalkraft. Die muss man mit Technik und Taktik wettmachen.»

Zum ersten Mal in Gstaad – und begeistert

Eva Brühl nahm schon erfolgreich an vielen deutschen Turnieren teil und sammelte als Polospielerin Erfahrungen in Italien, Belgien, Österreich, Argentinien und auch in der Schweiz. Sie habe Schneepolo in Klosters gespielt, erzählte sie. Schneepolo und Polo auf Rasen seien nicht zu vergleichen. «Jedes hat seinen Reiz.» In Gstaad war sie zum ersten Mal. Es gefalle ihr wunderbar. «Das Ambiente ist toll, die Organisation perfekt, der Platz hervorragend präpariert», lobte sie. Und Gstaad sei «ein romantisches Örtchen».

Gewöhnungsbedürftige Platzgrösse

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Dadurch, dass das Polofeld kleiner sei als üblich, könne man das High-Goal-Niveau nicht in vollen Zügen ausschöpfen. Das Spielen hier sei deshalb gewöhnungsbedürftig. «Es wäre toll, wenn man den Platz verbreitern könnte», meinte sie. Bis vor kurzem lebte und trainierte Eva Brühl während den Wintermonaten in Argentinien. Heute lebt sie das ganze Jahr über in Deutschland, aus familiären Gründen. «Mein Sohn ist siebenjährig und muss zur Schule.» Dass er einmal seiner Mutter nacheifern und ebenfalls Polospieler werde, zeichne sich nicht ab, zumindest nicht zurzeit. «Er reitet nicht», sagt sie und findet das absolut in Ordnung. Ebensowenig spielt ihr Lebenspartner Polo. «Die beiden unterstützen und feuern mich an.»

Reportage: Anita Moseer, Chefredaktorin vom Anzeiger von Saanen
Bilder: Andrea Derungs

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