Der Aussenseiter African Art triumphiert am Gübelin 73. Grosser Preis von St. Moritz

witheturf2012

Reichlich Schneefall kennzeichnete der Finaltag am Sonntag 19. Februar von White Turf 2012. Über 12’500 Zuschauer erlebten den Überraschungssieg vom Duo African Art, geritten von Freddy Di Fède im Gübelin, dem 73. Grossen Preis von St. Moritz. Die schnellen Hufe von Mombasa verhalfen bei der Credit Suisse Skikjöring-Trophy Adrian Von Gunten zum „König des Engadins“ gekrönt zu werden.

Die Favoriten bestimmen das Rennen

Eigeleitet wurde der letzte Rennsontag des „White Turf Meeting“ durch den Grand Prix Prestige / Rennbahn Berlin / Hoppegarten. Die von Peter Gottwald, dem deutschen Botschafter in Bern und Hoppegartens Rennbahneigner Gerhard Schöningh überreichten Ehrenpreisen, ging an das Team des in überlegener Manier siegenden Le Big. Der von André Best gerittene und von Philipp Schärer für Philipp Sander trainierte 8-jährige Wallach gewann bereits sein zweites Rennen bei diesem Meeting. Vor einer Woche gewann der Big Shuffle-Sohn überlegen das Rennen über eine Meile (1600m). Der junge, erst 4-jährige Kheleyf-Quantum Lady-Nachkomme Exchange zeigte am letzten Sonntag bei seinem Schneedebüt einen Überraschungssieg. Mit seinem erfahren Jockey Freddy Di Fède im Sattel, reichte es bei diesem Rennen mit 11 Startenden zum zweiten Platz. Der junge und doch schon erfahrene Desert Strike lief als dritter über die Ziellinie. Obwohl der Engländer erst gerade sechs Jahre alt geworden ist, hat er bereits 80 (Sprint)-Rennen bestritten. In Januar war er innerhalb von 15 Tagen fünfmal am Ablauf und erzielte dabei zwei Siege und war zwei weitere Male im Geld.
Rangliste Rennen 1 –
Flachrennen über 1300m mit Preisgeld von CHF 30’000.-
der Grand Prix Prestige NL / Rennbahn Berlin / Hoppegarten
Rang 1 mit Startnummer 2 Le Big mit Jockey André Best überlegen
Rang 2 mit der Nummer 3 Exchange mit Freddy Di Fède bereits 6 Längen Rückstand
Rang 3 mit der Nummer 9 Desert Strike und Jum Crowley
Rang 4 mit der Nummer 7 Shuffle Champ geritten von Robert Havlin
Rang 5 mit der Nummer 5 Lodano und Steve Drowne
Rang 6 mit der Nummer 11 Lady Araia mit Stéphane Laurent
Rang 7 mit der Nummer 6 Rushing Dasher und der Amateurin Natalie Friberg
Rang 8 mit Startnummer 8 Florentiner und Eduardo Pedroza
Rang 9 mit der Nummer 4 Divin Honor geritten von Frédéric Spanu
Rang 10 mit Startnummer 10 Nordfalke und Karin Zwahlen
Rang 11 mit der Nummer 1 Boccalino geritten von Daniele Porcu

Ein weiterer Triumph des Stalles Allegra Racing Club

Im Grand Prix Gaggenau Haushaltgeräte, dem ersten Trabrennen dieses Sonntages, lagen durch Palmin de Romagny mit der Startnummer 1, die Farben des Stalles Allegra Racing Club in Front, obwohl der 9-jährige Fuchs aus dem hinteren Band starten musste. Trainerin Claudia Koller, die ihr Pferd auch selber fuhr, wartete mit der entscheidenden Attacke bis zur Gerade und siegte am Ende mit fünf Längen Vorsprung überlegen. Die beiden Inländer im neuner Starterfeld belegten mit Subtil Peccau den 5. Schlussrang. Quasir de Bussy wurde wegen angaloppierens disqualifiziert.
Rangliste Rennen 2 – Trabrennen über 1700m mit Preisgeld von CHF 20’00.-
der Grand Prix Gaggenau Haushaltgeräte
Rang 1 mit Startnummer 1 Palmin de Romagny gefahren von Claudia Koller überlegen
Rang 2 mit der Nummer 6 Phébus de Berjou mit Sonja Brunner bereits 5 Längen Rückstand
Rang 3 mit der Nummer 8 Magic Day und der Fahrerin Christine Rother
Rang 4 mit der Nummer 7 Paléo des Champs und Evelyne Fankhauser
Rang 5 mit der Nummer 4 Subtil Peccau gefahren von Laurence Kindler
Rang 6 mit der Nummer 5 Mentor du Tija und Joey Vignoni
Rang 7 mit der Nummer 9 Society Talk und Silvan Krüsi
Rang 8 mit Startnummer 3 Taffetas gefahren von Jean-François Johner
Startnummer 2 Quasir de Bussy mit Heiner Bracher wurden nicht gewertet.

Taffe Leistung – mit nur einem Ski auf’s Podest gefahren

Als König des Engadins durfte sich Adrian Von Gunten feiern lassen. Zunächst gewann er mit der von Peter Schiergen trainierten 5-jährigen Stute Mombasa den Grand Prix Credit Suisse nach einer spannenden Kampfankunft. Pech hatte Erich Bottlang, der gleich am Start einen Ski verlor und dennoch mit Weipert nach langen, harten 2700 Metern den zweiten Rang vor Zippo und Valeria Holinger, der einzigen weiblichen Starten, belegte. Jakob Broger stürtze hinter First Stream im zweiten Bogen und musste ungehend in die Klinik gebracht werden. Die Diagnose des Klinikums: Leichte Gehirnerschütterung. Ausserdem musste Broger an der linken Hand und im Gesicht genäht werden. In der Gesamtwertung der Credit Suisse Skikjöring-Trophy lag Adrian Von Gunten letzlich mit 18 Punkten in Front. Fadri Casty, der im Finallauf mit Bergonzi Vierter wurde, landete mit 15 Punkten als Zweiter auf dem Ehrenplatz vor Erich Bottlang und Weipert mit 13 Punkten als Dritter.
Rangliste Rennen 3 – Skikjöring über 2700m mit Preisgeld von CHF 15’000.- der GP Credit Suisse
Rang 1 mit Startnummer 6 Mombasa und Adrian Von Gunten sicher
Rang 2 mit der Nummer 4 Weipert und Eric Bottland auf nur einem Ski mit 1 Längen Rückstand
Rang 3 mit Startnummer 3 Zippo und Valeria Holinger
Rang 4 mit der Nummer 2 Bergonzi und Fadi Casty
Rang 5 mit der Nummer 7 Warstein und Stefan Roth
Rang 6 mit der Nummer 5 Bagmati und Yves Von Ballmoos
Rang 7 mit der Nummer 10 Germanski und Curdin Guler
Rang 8 mit Startnummer 8 Wassiljew und Alfredo Lupo Wolf

Die Überraschung des Tages – Startnummer 13 hat Glück gebracht

Für die Wettfreunde kein einfaches Unterfangen. Im Rennprogramm wurden die Favoriten wie folgt angepriesen: Mit Winterwind Nummer 1, Pont des Arts Nummer 2 und Tarkheena Prince Nummer 7, waren die drei erstplatzierten Pferde des Vorjahres erneut von der Partie. Nach letzten Eindrücken ist Winterwind der sicherste Wert. Pont des Arts blieb vor zwei Wochen nach einem unglücklichen Rennverlauf unplatziert. Die aktuelle Form des Saisondebütanten Tarkheena Prince ist ungewiss. Zum Favoritenkreis gehört natürlich auch Winterwinds Bezwinger vom ersten Sonntag. Überraschungssieger Earl of Winds. Gut hielt sich damals The Bells O Peover als Dritter. Wie Earl of Winds tritt Ziking, der 2010 im GP Zweiter war, als frischer St. Moritz-Sieger an. Die erwähnten, mehr oder weniger bekannten Grössen bleiben nicht unter sich, sondern sie wurden herausgefordert von einigen Schneedebütanten, die aufgrund ihrer Leistungen auf Gras und/oder Sand in alle Erwägungen einbezogen werden müssen. Mit Flash Dance Nummer 4, Salut Nummer 6 und Keep Cool Nummer 9 reist ein Trio aus Deutschland an, das über die nötige Klasse und zudem aktuelle Form verfügt, denn alle drei haben in den letzten Wochen auf Sand gewonnen, wobei Flash Dance bei seinem Sieg Keep Cool weit hinter sich gelassen hat. Die Pantall-Stute Happy Wedding Nummer 5 und der ebenfalls in Frankreich trainierte Non Stop Nummer 8 stehen im Rating etwas unter den drei deutschen Kandidaten, was auf Schnee aber wenig heissen muss, Licence to Till Nummer 3 und Mascarpone Nummer 12 wurden vor zwei Wochen unter Wert geschlagen. Auch Schützenjunker Nummer 14, Calypso Magic Nummer 15 und Halling River Nummer 16 müssten sich deutlich steigern. African Art Nummer 13 ist trotz seines Namens auf Schnee auf seinem Element und könnte für eine Überraschung sorgen – und wie das der 6-jährige Wallach tat…

Mit Jockey Freddy Di Fède im Sattel hat African Art das bedeutendste Rennen von White Turf 2012 gewonnen. Im Gübelin 73. Grosser Preis von St. Moritz liess der Schützling von Philipp Schärer den zur Favoritengruppe gehörenden Flash Dance, geritten von Eduardo Pedroza mit zweieinhalb Längen hinter sich. Platz drei ging weitere dreienhalb Längen dahinter an Schützenjunker mit Daniele Porcu, einem Stallgefährten des Siegers, womit Besitzer Peter Aregger und Trainer Philipp Schärer Erster und Dritter im Grand Prix wurden.
„African Art hat beim letzten Start zwei Eisen verloren. Diesmal ging alles glatt. Ich war mir sicher, dass er ganz vorne laufen würde“, meinte Philipp Schärer nach dem Rennen, das African Art als 16,9:1-Aussenseiter in bemerkenswerter Manier zu seinen Gunsten entschied. Während Flash Dance von Beginn an führte, legte sich Freddy Di Fède mit African Art hinter ihm an die zweite Position. Im Verlauf der Geraden griff African Art an, passierte Flash Dance und gewann letztendlich problemlos, kam er doch mit der Schnee-Unterlage am besten zurecht. Nachdem Freddy Di Fède mit einem Salto rückwärts vom Pferd stieg, drehte Trainer Philipp Schärer auf African Art eine Ehrenrunde im Absattelring.
Rangliste Rennen 4 – Flachrennen über 2000m mit Preisgeld von CHF 131’131.-
der Gübelin 73. Grand Prix von St. Moritz
Rang 1 mit Startnummer 13 African Art mit Jockey Freddy Di Fède überlegen
Rang 2 mit der Nummer 4 Flash Dance und Eduardo Pedroza bereits mit 2 1/2 Längen Rückstand
Rang 3 mit der Nummer 14 Schützenjunker und Daniele Porcu
Rang 4 mit der Nummer 11 Ziking geritten von Frédéric Spanu
Rang 5 mit der Nummer 1 Winterwind und Georg Bocskai
Rang 6 mit der Nummer 7 Tarkheena Price mit Mario Esposito
Rang 7 mit der Nummer 8 Non Stop geritten von Fabien Lefebvre
Rang 8 mit der Nummer 2 Pont des Arts mit Jockey Miguel Lopez
Rang 9 mit der Startnummer 9 Keep Cool geritten von André Best
Rang 10 mit der Nummer 12 Mascarpone und Robert Havlin
Rang 11 mit der Nummer 16 Halling River geritten von Steve Drowne
Rang 12 mit der Nummer 10 Earl of Wind und Stéphane Laurent
Rang 13 mit der Nummer 17 The Bells O Peover mit dem leichtesten Jockey Francis Minarik
Rang 14 mit der Nummer 6 Salut geritten von Filip Minarik
Rang 15 mit der Startnummer 15 Calypso Magic und Jim Crowley
Rang 16 mit der Nummer 5 Happy Wedding und Fabrice Veron
Rang 17 mit der Nummer 3 Licence to Till mit Jockey Joe Fanning

In Gedenken an Gunter Sachs

Das dritte Galopprennen, der Gand Prix Gunter Sachs Memorial Race, in Gedenken an den Förderer und Freund von St. Moritz, Gunter Sachs, Unternehmer, Sportsmann, Kunstsammler, Autor, sowie als Preisgekrönter Fotograf und Dokumentarfilmer, Bob- und Crestapilot war 42 Jahre lang der Präsident vom St. Moritz Bobsleigh Club 1969-2011 und 1971 der Gründer des Dracula Club von St. Moritz, wanderte durch Maverik in den englischen Stall von Ralph Becket. Direkt von einer englischen Allwetterbahn kam Maverik mit einer frischen Siegesform in das verschneite Engadin. Unter Jim Crowley dominierte der 4-jährige Wallach die Konkurrenz mit einer dreiviertel Pferdelänge.
Rangliste Rennen 5 – Flachrennen über 1800m mit Preisgeld von CHF 16’000.-
der Grand Prix Gunter Sachs Memorial Race
Rang 1 mit Startnummer 3 Maverik mit Jockey Freddy Jim Crowley
Rang 2 mit Startnummer 2 Hoist the Sail und Eduardo Pedroza 3/4 Längen Rückstand
Rang 3 mit der Nummer 7 Sentimento und Miguel Lopez 6 Längen zurück
Rang 4 mit der Nummer 10 Niya geritten vom Leichtgewicht André Best
Rang 5 mit der Startnummer 5 Rayo und Steve Drowne
Rang 6 mit der Nummer 4 Puro mit Stéphane Laurent
Rang 7 mit der Nummer 6 Story of Dubai geritten von Robert Havlin
Rang 8 mit der Nummer 11 Still Standing mit Jockey Chantal Zollet
Rang 9 mit der Nummer 1 Distinctive Image geritten von Mario Esposito
Rang 10 mit der Nummer 8 Toughness Danon und Filip Minarik
Rang 11 mit der Nummer 9 Spirit of Xaar geritten von Marc Halford

Freude am siegen

Der finale Grand Prix BMW sah erneut Mask du Grant als Gewinner. Mask du Grant lief am ersten Rennsonntag als erster durch die Ziellinie, wurde aber nachträglich Disqualifiziert. Am letzten Sonntag siegte Mask du Grant zuletzt trotz 25 Meter Zulage. Damit feierten Trainer Jean-François Johner und Fahrerin Laurence Kindler mit dem 12-jährigen Wallach den zweiten Meetingsieg.
Rangliste Rennen 6 – Trabrennen über 1700m International mit Preisgeld von CHF 30’00.-
der Grand Prix BMW
Rang 1 mit Startnummer 4 Mask du Grant gefahren von Laurence Kindler überlegen
Rang 2 mit der Nummer 6 Quatuor du Martza mit Renaud Pujol bereits 6 Längen Rückstand
Rang 3 mit der Nummer 7 Oscar de la Rouvre  und Daniel Grüter
Rang 4 mit der Nummer 2 Maître de la Piste und Jean-François Johner
Rang 5 mit der Nummer 1 Nocéen de Digeon gefahren von Claudia Koller
Rang 6 mit der Nummer 3 Kodex mit der Fahrerin Evelyne Fankhauser
Rang 7 mit der Nummer 8 Rebecca de Corday mit Barbara Krüsi im Sulky
Rang 8 mit der Nummer 5 Kilou de Val und Heiner Bracher.

Über alle drei Rennsonntage besuchten 32’500 Zuschauer die spannenden Rennen vor der traumhaften engadiner Berglandschaft. Die Wettfreunde setzten an den drei Sonntagen 254’015 Franken um. Am Sonntag 3. Februar 2013 treffen sich alle Pferde und Wettnarren wieder auf dem See von St. Moritz.

Reportage: Andrea Derungs
Quelle: www.whiteturf.ch
Bilder: Andrea Derungs