Bitterböse Heimniederlage der Kloten Flyers – SC Bern 4:6

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Der klar stärkere SCBern ist definitiv auf Finalkurs.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend rühmen, doch…

Eines hat der Samstagabend in der voll ausverkauften Kolping-Arena gezeigt, die Kloten Flyers sind nicht in Playoff-Form.  Daran besteht nach der zweiten grossen Demütigung kein Zweifel mehr. Wer so eine bescheidenen Vorstellung im Halbfinal zeigt , muss geradezu mit Niederlagen rechnen. Doch die Flyers haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sich in fast aussichtlosen Situationen das Ruder noch herum zerren können. Für den Einzug in den Playoff-Final braucht es nicht nur zwei, sondern vier Siege. So haben die Klotener noch eine Change das Blatt zu wenden. Doch der starke SCB ist auf bestem Weg, sich für die Schmach der letzten Jahre zu rehabilitieren. Die Hauptstadthockeyaner präsentieren sich in Kloten als eingespieltes Kollektiv, das immer besser in Fahrt kam.

Flügel lahm oder in Gedanken schon in den Ferien?

Bei den Zürchern zeigt das Formbarometer bedenklich im Sturzflug nach unten.Doch will man den heissesten Titelanwärter in die Knie zwingen, muss alles 101 % stimmen. Gekonnt hat Larry Huras seine Mannschaft zu Beginn der Playoffs auf Bestform gepuscht. Bei Kloten ist leider das Gegenteil der Fall.

Tragischer Held

Im letzten Drittel nach mehreren Toren nahm Trainer Eldebrink sein „bestes Pferd“ vom Eis und stellte den jungen Ersatz Michael Flückiger ins Tor.Wer nach dem Goaliewechsel das grosse Aufbäumen erwartet hatte, wurde gleich nochmals bitter enttäuscht. Gegen die viel cleverer und dynamischer spielenden Berner ist nach einem Drei-Tore-Rückstand nichts mehr auszurichten. Überlegen, sicher und locker konnte der SC Bern den Sieg nach Hause nehmen, obwohl die defensive Disziplin in der Fortsetzung einige Wünsche offen liess.Leider müssen sich die Flyers an der eigenen, vielleicht etwas zu hoch getragenen Nase nehmen. Spätestens nach diesem Spielausgang hat wohl jeder gemerkt, wie leicht der SC Berner im ersten Spiel zu packen gewesen wären. Diese wichtige und vermutlich einige Chance wurde leider vertan und kommt bestimmt nicht wieder. Das Zitat von Michael Linger, „die Beine bewegen und den Gegner schwindelig spielen“ ist nach der Pleite in Bern ist reines Wunschdenken geworden.

Kloten Flyers – Bern 4:6 (1:2, 1:3, 2:1)
Kolping-Arena. – 7624 Zuschauer (ausverkauft).

Schiedrichter: Mandioni, Rochette, Fluri und Müller.

Tore für Kloten:
6. Minute Wick (Jenni, von Gunten/ Ausschluss Dominic Meier) 1:0
38. Minute (37:37) Rintanen (Santala, Bell/Ausschluss Philippe Furrer) 2:5
55.Minute  Du Bois (Rintanen, Forrest/ Ausschluss Dubé) 3:6.
59. Minute Rintanen (Wick, Jenni/Ausschlüsse Santala; Rüthemann, Pascal Berger) 4:6.

Tore für Bern;
17. Minute (16:07) Pascal Berger (Ziegler) 1:1.
17. Minute (16:27) Martin Plüss (Goren) 1:2.
25. Minute Pascal Berger (Josi, Philippe Furrer) 1:3.
29. Minute Gamache (Hänni, Dominic Meier) 1:4.
37. Minute (36:41) Gamache (Philippe Furrer, Tristan Scherwey) 1:5.
46. Minute Gamache (Ausschluss von Gunten) 2:6.

Strafen:
10mal 2 Minuten gegen Kloten Flyers
11mal 2 Minuten gegen Bern

Mannschaftsaufstellung der Kloten Flyers:
Rüeger (ab 29. Flückiger); Winkler, Forrest; Du Bois, Sidler; von Gunten, Schulthess; Wick, Santala, Rintanen; Jenni, Liniger, Bell; Stancescu, Kellenberger, Rothen; Sven Lindemann, Bodenmann, Hollenstein; Jacquemet, Zeiter.

Mannschaftsaufstellung der Berner:
Bührer; Roche, Philippe Furrer; Beat Gerber, Josi; Stettler, Hänni; Dominic Meier; Neuenschwander, McLean, Reichert; Goren, Martin Plüss, Rüthemann; Tristan Scherwey, Dubé, Gamache; Ziegler, Froidevaux, Pascal Berger.

Bemerkungen:
Kloten Flyers ohne Hamr, Welti, Steiner (alle verletzt) und Yves Müller (überzählig),
Bern ohne Jobin (verletzt), Vigier (krank), Rytz, Daniel Meier und Roland Gerber (alle überzählig). – Timeout Kloten Flyers (29.). Kloten Flyers von 58:45 bis 59:24 und ab 59:31 ohne Torhüter.

Reportage und Fotos Andrea Derungs